Die Geschichte eines Assasinen. Da fängt der Salat schon an, was ist der Unterschied zwischen einem Mörder und einem Assassine? Gibt es überhaupt einen? Ist diese Definition überhaupt relevant? Sind Assassine nicht Berufsmörder?
Ich denke, hier kommt es darauf an welche Geschichte man erzählen will. Und wählt man eine Geschichte mit politischen/religiösem Motiven, kommt man an einer genaue Trennung von Mörder und Assassine nicht vorbei. Morde stehen im politischen Zusammenhang meist für Ideale, Ideen und Interessen die man durchsetzen will. Sie sind ein weise gewähltes Werkzeug der Macht und keine plumpe unüberlegte Sache. Auftragsmorde können ganze Nationen zu Fall bringen, chirurgisch präzise gewählte Aktionen. Also wählt man Menschen mit großem Geschick, die wissen wie Sie vorgehen und für die Gleiche Sache einstehen. Nicht selten werden diese Menschen zu Märtyrern, die sogar für Ideale öffentlich sterben.
Ok, also soviel dazu. Schauen wir uns jetzt mal Assassin's Creed in diesem Kontext an, unabhängig davon wie geil es ist sich über die Dächer der Stadt zu schwingen, seriously hammergeil. Die Hauptstory in Assasin's Creed ist zwar nicht zwingend im Mittelalter, aber trotzdem verbringt man viel Zeit dort. Und deshalb ist, meiner Meinung nach, die Hauptstory die von politischen Morden.
Nun denn, wo soll ich nur anfangen? Mit der Tatsache, dass scheinbar jeder in der Spielwelt weiß das ich ein Assassine bin? Es ist höchstwahrscheinlich unglaublich unvorteilhaft für einen Assassinen als solcher erkannt zu werden, also mischen sich Auftragsmörder unters Volk und bleiben bis zum eigentlichen Akt unerkannt. Oder nicht? In Japan gab es politisch agierende Auftragsmörder, die sogar ganz unerkannt geblieben sind, sie waren Geister. Ihr wisst von wem ich rede. Aber das muss ja nicht zwingend sein, ein politischer Mord soll ja vielleicht auch Aufsehen erregen, um bestimmte Zahnräder in Bewegung zu setzen. In der Welt von Assasin's Creed weiß also jeder, dass ich ein Auftragsmörder bin, trotzdem falle ich in der Nähe von politisch wichtigen Personen nicht auf. Irgendwie sehr unglaubwürdig.
Tagesablauf – Aufstehen, Zähne putzen, Menschen töten
Ein anderer Punkt sind die Dinge, die der Spieler so den ganzen lieben langen Tag macht, primär klettern. Also, weiß jeder ich bin Assassine und dann klettere ich über Häuser und Dächer? Unauffälligkeit wird in Assassin's Creed wirklich sehr klein geschrieben und genau hier liegt das Problem. Altair hilft, zum Beispiel, Leuten auf offener Straße, Warum? Um dem Spieler davon zu überzeugen das Altair gut ist? Warum sollte sich ein Assassine auf so ein Risiko einlassen? entdeckt werden und scheitern wäre für einen Assasinen der Untergang. Altair ist Auftragsmörder, er kann natürlich ein gutes Herz haben, aber er sollte nicht dumm sein.
Unter dem Strich geht es darum was letztendlich gemacht wird. Alles was ein guter Assassine nie machen würde. Warum also ist der Spieler ein Assassine, obwohl er nichts dergleichen tut? Weil das Spiel, bzw. der Titel, es sagen. Es wird einfach immer und immer wieder gesagt, es steht einfach dick und fett im Titel. Der Spieler ist auffällig: kämpft auf offener Straße mit Menschen, die nichts mit seinem Ziel zu tun haben, er klettert über Dächer, wo Ihn jeder sehen kann (vermutlich besser als unter Menschen zu tauchen die eh wissen er ist Assassine). Wo seht ihr hier einen Assassinen?
Die Story sagt einfach er ist Assassine, aber das Gameplay ist soweit wie nur möglich entfernt.
BTW Assassin's Creed: Wollte Assassin's Creed wie Shadow of the Colossus sein?